(m/34,
Halver) ... Ich habe eine Atemtechnik gelernt, mit der
ich stotterfrei sprechen kann. Ich kann laut, deutlich und
mit viel Volumen sprechen. ... Mein Leben wurde vor der Therapie
von Ängsten und Verhaltensweisen bestimmt, die ihre Ursachen
im Stottern finden – und umgekehrt. Dieser Teufelskreis scheint
mir jetzt aufgebrochen zu sein. ... Ich sehe die Menschen
mit anderen Augen, meine Gefühle werden intensiver, eine Menge
Müll aber auch schöne Gefühle kommen hoch. Hans hat einen
Weg gefunden, hat ihn mir gezeigt, und ich werde ihn gehen,
weil ich ihn verstehe und die bisherigen Erfolge überzeugend
sind. Ich danke allen für ihre Hilfe. Werner W. ist auf der
Reise und hat Rückenwind!
(4
Monate später:) Mein Name ist Werner W., ich bin 35 Jahre
alt und arbeite als Entwicklungsingenieur. Ich stottere seit
meiner frühen Kindheit, habe verschiedene Therapien hinter
mir und bis vor kurzem immer noch stark gestottert. Anfang
diesen Jahres habe ich dann an einem Stotterer-Training teilgenommen,
über den ich hier berichten will.
Die
Therapie besteht zum einen aus dem Training der kontrolierten
Zwerchfellatmung, ähnlich wie bei Del Fero. Sie dient u.a.
der Wahrnehmungslenkung bzw. -ablenkung, d.h. wenn man sich
vollständig auf die Atmung konzentriert, kann man nicht gleichzeitig
Angst vor dem Sprechen haben. Zum anderen werden Entspannungs-
bzw. Meditationstechniken erlernt, sowie bioenergetische Übungen
durchgeführt, die den Teilnehmern neue Einblicke in ihre eigene
Person erlauben.
Ich
habe nach dem Training in jeder Situation fließend gesprochen.
Meine Stimme hat sich positiv verändert, ich spreche jetzt
mit mehr Volumen, deutlicher und lauter. Durch zeitweise
Inkonsequenz und Vernachlässigung der erlernten Technik habe
ich in der Folgezeit einen Teil meiner anfänglichen Sicherheit
wieder verloren, aber ich spreche jetzt, vier Monate nach
meiner Kursteilnahme noch immer um Klassen besser als
vor dem Kurs und habe die Möglichkeit eigenständig erfolgreich
an meinem Sprechen zu arbeiten. Der Kurs hat mich einen sehr
großen Schritt nach vorne gebracht und mir einen Weg gezeigt,
den ich weiter gehen werde.
Die
wesentlichen Erkenntnisse die ich in diesem Kurs für mich
gewonnen habe sind:
Ich
kann fließend sprechen, die richtigen Bewegungsabläufe zur
Artikulation sind bei uns Stotterern vorhanden, werden aber
durch die Ängste und Hemungen verhindert. Stottern ist
ein erlerntes Verhaltensmuster, das sich teilweise verselbständigt
und zu einem Teil der eigenen Persönlichkeit wird. Darum ist
es notwendig, nicht nur eine Sprechtechnik zu erlernen und
konsequent anzuwenden, sondern ich muss mich auch mit
mir, mit meiner Angst vor Ablehnung, mit der Angst, Erwartungen
anderer nicht erfüllen zu können und zu versagen usw. auseinandersetzten.
Denn in diesem Zusammenhang erfüllt mein Stottern noch immer
eine gewisse Funktion.
Die
Sprechblockaden werden im Kopf produziert, noch ehe ich anfange
zu sprechen, und von Gefühlen ausgelöst. Die Hemmungen können
durch eine Sprechtechnik, durch Konzentration, bzw. Wahrnehmungslenkung
„verdrängt“ werden, was dazu führt, daß Sie abnehmen. Die
damit erzielten Erfolgserlebnise geben zusätzlichen Auftrieb
und Sicherheit. Diese Sicherheit steht jedoch zunächst noch
auf wackeligen Beinen und benötigt einen längeren Zeitraum,
um sich zu festigen. Damit diese Sicherheit nicht bei jeder
Gelegenheit wieder zusammenbricht und um sie neu aufzubauen,
wenn sie mal zusammengebrochen ist, muss man sich mit
seinen Gefühlen auseinandersetzen. Dabei ist die Meditation
ein hervorragendes Mittel, um zur Ruhe zu kommen, die sich
ewig wiederholenden Gedankenketten aufzusprengen und wieder
zu sich selbst zu finden.
Die
Kursleiter waren selbst Stotterer und kann aus diesem Grund
sehr gut auf die Teilnehmer eingehen, er hat die gleichen
Erfahrungen gemacht wie sie. Er hat z.B. die Flanken- bzw.
Zwerchfellatmung bei Del Ferro gelernt und beschäftigt sich
darüber hinaus seit vielen Jahren mit Entspannungs- und Konzentrationsübungen.
Zusammenfassend
kann ich den Kurs nur jedem empfehlen, er bietet ein schlüssiges
Konzept und gewährleistet aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl
eine sehr intensive Betreuung. Die erzielten Erfolge bestätigen
den Therapieansatz.
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